Mehr als nur Ästhetik
Prof. Dr. Andreas Arkudas ist neuer Direktor der Plastisch- und Handchirurgischen Klinik
Seit 1. April 2026 ist Prof. Dr. Andreas Arkudas neuer Direktor der Plastisch- und Handchirurgischen Klinik des Uniklinikums Erlangen. Er löst damit Prof. Dr. Dr. h. c. Raymund E. Horch ab, der die Einrichtung seit 2003 leitete. Zuletzt war Prof. Arkudas als stellvertretender Klinikdirektor tätig. „Seit fast 22 Jahren ist das Uniklinikum Erlangen für mich nicht nur ein Arbeitsplatz, sondern ein zentraler Teil meines beruflichen und persönlichen Lebenswegs“, betont er. „Es besitzt international eine herausragende Reputation. Ein entscheidender Punkt für mich sind aber die Menschen hier: engagierte Teams, inspirierende Kolleginnen und Kollegen sowie eine Uniklinikumsleitung, die Vertrauen schenkt und neue Wege ermöglicht. Nun gilt es, die hohe Qualität der Patientenversorgung nachhaltig zu sichern. Erlangen ist für mich ein Ort der Kontinuität, der Innovation und der gelebten Medizin.“
Die Klinik deckt das gesamte Spektrum der Plastischen Chirurgie und Handchirurgie ab. „Rumpf- und Extremitätenrekonstruktionen, insbesondere mittels freier mikrochirurgischer Gewebetransplantationen, werden auch in Zukunft einen unserer Schwerpunkte bilden“, erklärt der neue Klinikdirektor. „Dabei wollen wir Gewebetransplantationen weiter verbessern und neue interdisziplinäre Therapieverfahren etablieren.“
Oberste Priorität: Funktion erhalten
In der Patientenversorgung setzt Prof. Arkudas u. a. einen besonderen Fokus auf moderne Brustrekonstruktionen mit Eigengewebe, etwa nach einer Brustkrebs-OP, und auf die postbariatrische Chirurgie, also Köperformungen und Hautstraffungen nach starkem Gewichtsverlust. Des Weiteren zählen zum Portfolio der Klinik komplexe handchirurgische Eingriffe – notfallmäßig nach Unfällen oder Verletzungen, aber zum Beispiel auch bei Nervenkompressionssyndromen wie dem Karpaltunnelsyndrom. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Versorgung von Lymph- und Lipödempatientinnen und -patienten – u. a. mit mikrochirurgischen Verfahren – sowie auf der peripheren Nervenchirurgie, beispielsweise bei einer Gesichtsnervenlähmung. „Bei uns geht es um weit mehr als um Schönheit und Ästhetik“, betont Prof. Arkudas. „In erster Linie ist es unser Ziel, für unsere Patientinnen und Patienten eine häufig verloren gegangene Funktionalität wiederherzustellen – sodass sie etwa mit ihrer Hand wieder zugreifen oder mit ihrem Mund wieder lächeln können.“
Tissue Engineering, Tumormodelle und Teamgeist
Prof. Arkudas betreibt eine intensive experimentelle Forschung auf dem Gebiet des Knochen- und Muskel-Tissue-Engineerings, u. a. mittels 3D-Biodruckverfahren. Zudem erforschen er und sein Team im Labor für Tissue Engineering und Regenerative Medizin der Plastischen/Handchirurgie auch die Etablierung neuartiger gedruckter Tumormodelle. „Damit wollen wir in Kooperation mit anderen Forschungsgruppen Krebstherapien optimieren“, sagt der Klinikdirektor und ergänzt: „Entscheidend ist für uns ein translationaler Ansatz, das heißt, dass die Ergebnisse aus dem Labor zeitnah den Patientinnen und Patienten zugutekommen. So wird es in Zukunft vielleicht möglich sein, Defekte direkt mittels gezüchteter Gewebeteile zu rekonstruieren, ohne dass wir dafür erst körpereigenes Gewebe entnehmen müssen – so wie es aktuell noch der Goldstandard ist.“ Ein weiterer Schwerpunkt der Klinik ist die Forschung zu und mit Künstlicher Intelligenz (KI), Robotik, Augmented Reality und 3D-Druck. „Wichtig ist, dass eine neue Technologie wirklich relevante Vorteile für die Patientinnen und Patienten bringt und dass ihr Einsatz sicher ist. Ist dem so, könnte es künftig zum Beispiel möglich sein, plastisch-rekonstruktive Operationen standardmäßig roboterassistiert durchzuführen und dank KI und neuer bildgebender Verfahren OPs noch präziser zu planen.“
Was Innovationen betrifft, so möchte Prof. Arkudas auch seine Mitarbeitenden dazu motivieren, ihre Ideen einzubringen und „out of the box“ zu denken, wie er sagt. „Mir ist der Teamgedanke sehr wichtig, sowohl mit der Pflege als auch bei dem ärztlichen Personal. Neben meiner neuen Führungsrolle, in der ich als Vorbild fungieren möchte, liegt es mir am Herzen, die Sorgen der Patientinnen und Patienten ernst zu nehmen und immer ein offenes Ohr für sie zu haben.“
Beruflicher Werdegang von Andreas Arkudas
Andreas Arkudas’ Laufbahn am Uniklinikum Erlangen begann bereits Ende 2004, als er nach seinem Medizinstudium an der Medizinischen Hochschule Hannover seine Assistenzarztausbildung in der hiesigen Plastischen Chirurgie aufnahm. Im Jahr 2011 erhielt er die Facharztanerkennung für Plastische und Ästhetische Chirurgie, 2013 folgte die Zusatzbezeichnung Handchirurgie. Im Jahr 2012 habilitierte Andreas Arkudas im Fach Plastische Chirurgie, 2012 wurde er Oberarzt, 2014 geschäftsführender und 2017 leitender Oberarzt sowie stellvertretender Klinikdirektor. Im Jahr 2018 wurde er vorzeitig zum außerplanmäßigen Professor ernannt.
Weitere Informationen:
Prof. Dr. Andreas Arkudas
09131 85-33277
kathrin.maurer(at)uk-erlangen.de



